Musique Non-Stop – Kraftwerk im Museum.

Wenn ich es nicht selbst gesehen hätte, würde ich es nicht glauben. Kraftwerk, die Urväter der elektronischen Musik gaben sich die Ehre und landeten in einer fliegenden Untertasse direkt vor dem Albertinum. Natürlich war dies nur die visuelle Untermalung des Songs Spacelab im Rahmen eines ihrer vier 3-D-Konzerte an diesem Wochenende in Dresden. Diese finden als Begleitprogramm zur Tagung zu den Möglichkeiten der 3-D-Digitalisierung von Museen statt.

Die Ankündigung der Konzerte in den Staatlichen Kunstsammlungen vernahm man nur unter vorgehaltener Hand und trotzdem waren diese rasend schnell ausverkauft. Gestern war es endlich soweit. Eine lange Menschenschlange suchte sich ihren Weg in den Lichthof des Albertinums. Am Eingang gab es weiße Papp-3-D-Brillen mit Kraftwerk Insignien. Ein schönes Souvenir. Im Saal angekommen, spürte man förmlich die Spannung auf das, was da noch kommt.

Punkt 20 Uhr lichtete sich der Vorhang zum Klang von Numbers standen die vier Bandmitglieder in Gitternetzliniencatsuits a la Spiderman auf der Bühne hinter ihren Pulten, wo sie Klänge und Töne hervor zauberten. Es folgten wohlbekannte Melodien, die aufgrund der Klanggewalt nicht nur körperlich, sondern auch seelisch spürbar waren. Dazu die 3-D-Videoinstallation, die einen vollends gefangen nahm auf die Reise über die Autobahn, den Trans-Europa-Express bis hin zur Tour de France. Im Electric Café könnten wir Das Model bewundern. Großartig.

Es ist faszinierend, wie aktuell auch nach über 40 Jahren die Problematik in den Songs Radioaktivtät oder Computerwelt sind. Da kommt man schon mal ins Grübeln. Es folgte Hit auf Hit und plötzlich war es schon Zeit für die erste Zugabe: Die Roboter wurden natürlich von echten Robotern auf der Bühne dargeboten. Faszinierend.

Der zweite Zugabenblock schließt mit dem expressionistischen und zugleich hypnotischen Musique Non-Stop. Auf die Sekunde genau nach 120 Minuten fällt der Vorhang. Ich nehme die 3-D-Brille ab und brauche eine kleine Weile, bis ich wieder in der Realität angekommen bin. Ein unvergesslicher und spektalulärer Abend, der zeigt, dass elektronische Musik doch emotional ist.

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