Nordjütland, die Olsenbande und jede Menge Natur.

Es ist mein erstes Mal in Dänemark und dann muss es gleich Nordjütland sein. Klitmøller, mitten im Nationalpark Thy gelegen, war geografisch gesehen, der ideale Ausgangspunkt für meine Unternehmungen. Der kleine, rund 800 Einwohner zählende Ort, wird als Cold Hawaii Europas bezeichnet, da er mit seinen idealen Windsurf- und Kitesurfspots Begeisterte aus der ganzen Welt anlockt.

Es sind zwar satte 930 km Fahrt von Dresden, die lohnen sich aber wirklich. Wahrscheinlich hatte ich auch großes Glück mit dem Wetter, denn bis auf zwei Tage Pause verwöhnte mich der Sommer.

Warum verschlägt es mich eigentlich in diese karge Gegend? Ein Grund ist der Film „Die Olsenbande fährt nach Jütland“ von 1971, denn in der Gegend findet man fast alle Außendrehplätze des Films. Es mag vielleicht für einen Außenstehenden etwas verrückt klingen, irgendwelche Schauplätze eines 45 Jahre alten Films zu besuchen, aber die Olsenbande-Filme prägten meine Kindheit und es ist mir eine große Freude, das in echt und in Farbe zu sehen.

Der markanteste Drehort sind die Bunker am Strand von Vigsø, monumental und ein wenig furchteinflößend. Wie große Wale liegen sie am Strand oder halb im Meer. Die Festungsanlage in Hanstholm, die zum Atlantikwallgehörte, der im Zweiten Weltkrieg errichtet wurde, spielt im Film auch eine tragende Rolle. Bei den Schwarzen Häusern in Aggerhaben sich Egon, Bennyund Kjelddie kleine Lok mit dem Waggon „organisiert“. Vom Schrotthandel des Mads Madsen, bei dem sich die Olsenbandedie Ausrüstung für die Schatzsuche im Bunker besorgte, ist nur noch das Wohnhaus übrig geblieben. An dieser Stelle will ich nicht weiter mit Details langweilen, jeder kann sich die Bilder gern in Ruhe ansehen.

Natürlich findet man hier auch eine raue und meist noch ursprüngliche Natur. Kilometerlange Strände, mit Abschnitten aus feinem Sand und welche mit steinigen Untergrund. Mächtige Dünen („klitrimmer„) schließen sich an, hinter denen sich meist eine üppige Dünenheide im Hinterland erstreckt, welche ein einzigartiger Lebensraum für seltene Pflanzen darstellt, wie z. B.  den Sonnentauund Orchideen wie das Gefleckte Knabenkraut, welches ich leider nicht entdeckt habe. Dort leben auch Hirsche, Kraniche, Moorfrösche und noch vieles mehr was fleucht und kreucht. Kleinere Wälder findet man auch und in der warmen Jahreszeit duftet es dort nach Sommer und Kiefernnadeln. Es wird einem hier sehr einfach gemacht, vom Alltag abzuschalten.

Natürlich gibt es wie an jeder Küste auch den einen oder anderen Leuchtturm zu bestaunen. Imposant ist der einzige Vogelfelsen Dänemarks, der Bulbjerg. Im Frühjahr und Frühsommer brütet hier die Dreizehenmöwe, die in Großbritannienaufgrund ihres Rufes „Kittiwake“ genannt wird. Diesen Kalkfelsen sollte man gesehen haben, wenn man in der Gegend ist. Das Highlight schlechthin ist aber der Zusammenfluss von Skagerrak(Nordsee) und Kattegat(Ostsee) an der Nordspitze Jütlands. Dabei schlagen die dunkelblauen Wellen der Nordseemit den grünen Wellen der Ostsee gegensätzlich zusammen. Wenn der Wind günstig steht, sieht man sogar eine klare Linie. Ein tolles Naturschauspiel, wie ich finde.

Am drittletzten Urlaubstag brach bereits spätabends ein Sturm herein, ich hatte die Warnung zur Kenntnis genommen, konnte mir aber unter Windstärke Acht bis Neun nicht so richtig etwas vorstellen. Nachdem ich aber in der Nacht, trotz geschlossenem Fenster, mehrfach vom Getöse des Sturms wach wurde, wusste ich es dann. Gleich bei Anbruch des Tages machte ich mich auf an den Strand. Und wirklich, das muss man erlebt haben, es ist ein grandioses Gefühl, die Macht der Natur zu spüren. Zum Glück war ich schwer genug für den Sturm, aber er zerrte dennoch sehr an mir und meinem Fotoapparat.

Es gäbe noch viel zu berichten, aber ich schreibe hier keinen Jütlandführer, sondern einen kleinen Abriss meiner Urlaubserlebnisse. In jedem Fall lohnt sich ein Urlaub für denjenigen, der die Natur mag, Ruhe finden will oder auch die Bewegung in nahezu unberührter Natur sucht. Ob man die Gegend mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad erkundet, bleibt jedem selbst überlassen. Manchem genügt auch das Surfen oder Kiten am Strand. Das mag jeder für sich entscheiden. Nordjütland, es war mir ein Fest!

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