Am Anfang war die Natur in all ihrer Schönheit, Reinheit und Einsamkeit. Sie steckte voller unentdeckter Geheimnisse, sie war karg und fruchtbar zugleich. Es gab Pflanzen in jeglicher Form, Farbe und Größe. Für die Tiere vom Einzeller bis zum großen Säugetier war sie Lebens- und Überlebensraum. Die Natur war so komplex, dass es niemand erfassen konnte.

Dann kam irgendwann der Mensch. Er lebte in der Natur und nutzte ihre Gaben. Sie bauten aus dem Holz der Bäume Hütten und machten daraus Werkzeuge, nutzten es als Brennholz. Aus Gestein wurden Waffen zum Jagen und Zerlegen von Tieren gemacht. Die Menschen lernten, wie man die Natur nutzt, um sorgenfreier zu leben. Doch sie wussten, man darf es nicht übertreiben, man musste sorgsam mit den Schätzen der Natur umgehen. Dies beherzigten die Menschen viele Tausend Jahre lang.

Weil es den Menschen immer besser ging, vermehrten sie sich rasant und sie brauchten mehr Platz, mehr zu Essen und sie wollten immer mehr Luxus. Sie rodeten Wälder, bauten Städte und Maschinen. Sie gruben Gänge in die Erde und holten Gesteine empor, aus denen sie Metalle schmolzen. Es ging immer schneller und schneller. Die meisten Menschen hat ein zufriedenes Leben. Doch einige der Menschen wurden habgierig und wollten mehr, als sie jemals verbrauchen können. Sie wollten aus noch größeren güldenen Bechern exklusiven Wein schlürfen. Ihre Hütten wurden zu Palästen, deren Zimmerzahl sie nicht mal annährend kannten.

Die Natur ächzte inzwischen unter den erlittenen Verlusten. Stürme und Unwetter wüteten immer ungestümer. Überschwemmungen und Feuersbrünste zerstörten den Lebensraum zahlloser Pflanzen und Tieren. Die Welt spielte verrückt. Die habgierigen Menschen sahen nicht die Gefahr. Sie wollten weiter ihrem pompösen Lebensstil frönen. Die Natur rief um Hilfe, nur wenige Menschen hörten es und versuchten, sie noch zu retten. Doch sie waren nicht genug, Profitgier und Macht läutete den Untergang ein. Nachdem die Bienen durch Pflanzengifte im Laufe der Jahre ausgerottet waren, konnte keine Blüten bestäubt werden. Keine Früchte konnten mehr reifen. Unter den Menschen herrschte immer größere Hungersnot. Die Wälder verschwanden fast völlig. Seen und Flüsse trockneten wegen der Hitze und der Stürme aus. Bald waren alle Vorräte verbraucht. Den Reichen in ihren Palästen nutzte der goldene Becher nichts mehr. Er war leer.

Die Ereignisse am Hambacher Forst trieben mich dazu, diesen, zugegebenermaßen naiven, Abriss zu schreiben. Die Profitgier einiger Konzerne ist so immens, dass es ihnen nichts ausmacht, unwiederbringliche Natur zu zerstören. Diese Firmen sollten ihre Gewinne in die Erforschung neuer Energiequellen gesteckt werden, welche die Natur schonen. Leider wird es nicht wirklich dazu nicht kommen und so wird sich die Menschheit irgendwann bald selbst zugrunde richten.