Schlagwort-Archiv: Kurzgeschichte

Das Geschenk.

Eisblumen

„Heute wird es einen Schneesturm geben.“ sagt der Vater und legt ein paar Scheite Holz in den Kachelofen. Durch die offene Ofentür sieht Paula die Flammen lodern. Traurig schaut das siebenjährige Mädchen zu ihrem Schreibtisch, auf dem die selbstgebastelten Wichtel aus Tannenzapfen und der Schlitten aus Zweigen steht, welcher mit Eicheln und Kastanien gefüllt ist. Ihre Augen füllen sich langsam

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Der Versuch, einen Schmetterling zu zähmen.

tagpfauenauge

Als die Morgen kühler werden und braunkappige Butterpilze zwischen Gras und Spinnweben wachsen, fliegt ein Tagpfauenauge in das Zimmer des Mädchens. „Er hat sich verflattert“, ruft sie und ist glücklich, als er auch am dritten Tag noch an ihrer Gardine hängt. Ab und zu gaukelt er durchs Zimmer. „Endlich habe ich auch ein Tier!“ Das Mädchen bettelt: „Warum kann ich

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Tim und der Kosmonaut – Eine Weihnachtsgeschichte.

Es war Ende November in der kleinen Stadt und es herrschte bereits eine bittere Kälte. Tim drückte sich die Nase an der Schaufensterscheibe des Spielzeugladens platt. Immer wieder wischte er mit dem Ärmel seiner Jacke die Scheibe blank, die durch seinen Atem beschlug. Fasziniert und zugleich gedankenverloren schaute er sich den kleinen Kosmonauten in seinem dicken Raumanzug an, der neben

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Der Tomatenhund schreibt Missionstagebuch.

Wer schon mal ein wenig auf meiner Seite gestöbert hat, der weiß, dass mich der Tomatenhund schon seit meiner Kindheit begleitet. Er war eine Schlüsselfigur in dem fantastischen Kinderroman „Das Blaue vom Himmel“ von Hannes Hüttner. Da mich dieser Roman nicht mehr loslässt, will ich Schnuppi, den Tomatenhund, in einem Experiment wieder aktiv werden lassen: Auf einem Twitterkanal und einer

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Kriegsspiele (Kurzgeschichte)

Kriegsspiele „Manchmal ist die Vergangenheit die Gegenwart und niemand weiß, was die Zukunft bringt.“ Melmirh, Korunischer Feldherr und Philosoph „Nicht schießen, bitte nicht schießen!“, flehte ich, den kühlen Lauf der Luger an meiner Schläfe spürend. Draußen hörte man das dumpfe Krachen einschlagender Granaten. Schreie hallten durch die rauchgeschwängerte Nacht. „Halt dein Maul! Diesmal hast du es zu weit getrieben.“, erwiderte

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Eingesperrt

Es war geradezu stockdunkel. Ich lief eine Zeitlang wie benommen umher, bis ich in einer Ecke etwas Helles schimmern sah. ‘Was mag dies wohl sein’, dachte ich, während ich mich beeilte, dorthin zu gelangen. Langsam wurde es hier unheimlich heiß. Inzwischen war ich bei dem vermeintlichen Schimmern angelangt. Aber es war nur Licht, welches von der Decke herabfiel und auf

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